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15 Mach schon, wir haben keine Zeit

15 Mach schon, wir haben keine Zeit

34m 48s

Unsere Hochleistungsgesellschaft setzt alle unter Druck. Darauf reagieren die meisten mit Stress. Effizienz ist die neue Optimierungstugend, wie es früher das Geldsparen war. Im Podcast fragen wir uns, was das für Familien, Schulen, Kinder und Heranwachsende, aber auch für die Bildungspolitik, bedeutet. Basierend auf meiner These, dass wir nicht lediglich Gefangene, sondern genauso Architekten der Effizienzfalle sind, diskutieren wir verschiedene Möglichkeiten, wie dieser Teufelskreis zumindest teilweise unterbrochen werden kann.

Ordnung, C. & und Cadeggianini, C. (2023). Familie am Tisch. München Kösel.
Es geht in diesem Buch um viel mehr als ums Essen. Vor allem um die Prägungen und Glaubenssätze, die...

14 Privat oder Staat?

14 Privat oder Staat?

40m 9s

Elitär, exklusiv, käuflich und ungerecht, sagen die Gegner – innovativ, leistungsförderlich, individualisiert und familienfreundlich, die Befürworter. Die Positionen könnten unterschiedlicher nicht sein. Bei vielen Eltern sind Privatschulen beliebt, bei Bildungsverantwortlichen und in der Wissenschaft gelten sie eher als geduldete oder gefährliche Konkurrenz. Mit Gerhard Pfister, Nationalrat, promovierter Germanist und mit viel Erfahrung in Führungsgremien von Privatschulen ausgestattet, diskutiere ich die aktuelle Situation von privaten und öffentlichen Schulen. Und wir fragen, weshalb Privatschulen den Zeitgeist offenbar besser treffen, aber auch, wie und ob sie einen Beitrag zur Inklusion leisten könnten. Moderiert wird das Gespräch von Urs Leuthard, Journalist und Leiter der...

13 Autorität und die moderne Erziehung

13 Autorität und die moderne Erziehung

41m 56s

Autorität ist ein schwieriger Begriff, und wir alle haben Erfahrungen mit ihr. Wer selbst autoritär erzogen worden ist, will alles dafür tun, um nicht ein Abbild der strengen Eltern oder des angsteinflössenden Paukerlehrers zu werden. Autorität wird deshalb mit Drill, Angst und konservativem Denken gleichgesetzt und im Widerspruch zu Freiheit und Selbstbestimmung gesehen. Trends wie #beziehungstatterziehung gelten als neue Alternativen. Solche Gedanken sind die Grundlagen für mein Gespräch mit Roland Reichenbach, Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Zürich.

Reichenbach, R. (2025). Die Pädagogik der Privilegierten. Ein Essay. Stuttgart: Kohlhammer.
Reichenbach, R. (2025). Krise der Imagination. Zum Verlust von Urteilskraft...

12 Die Not der Noten

12 Die Not der Noten

36m 38s

Die Akzeptanz von Schulnoten hatte auch schon bessere Zeiten. Heute sind sie zumindest umstritten. Trotzdem gibt es einen grossen Gap zwischen befürwortenden Stimmen und solchen ablehnender Art. Erstere sind überzeugt, man könne mit einer seriösen Handhabung der Noten die Beurteilung Heranwachsender sowie Übertrittsentscheide deutlich gerechter gestalten. Letztere prangern Schulnoten als rückwärtsgewandtes Beurteilungssystem an, das aus der Zeit gefallen sei. Was sagt die Forschung? Noten haben sehr problematische Seiten. Würden sich diese beheben lassen, hätte man dies schon lange getan. Bisher gibt es kein alternatives System, das Noten verzerrungsfrei abbilden kann.

11 Smartphone Kindheiten

11 Smartphone Kindheiten

39m 59s

Der Umgang Jugendlicher mit Social Media ist in aller Leute Mund. In erster Linie scheint es ausschliesslich um Verbote des Handys in den Schulen zu gehen. In unserem Podcast spannen wir den Bogen weiter. Wir versuchen, das Thema möglichst objektiv anzugehen und nicht nur die „Sucht“ der Jugendlichen in den Blick zu nehmen, sondern auch uns Erwachsene selbst als „Modelle“ - ob wir das wollen oder nicht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie wirksam Verbote sein können und wo Medienerziehung ansetzen müsste.

10 Gibt es ein Recht aufs Schulschwänzen?

10 Gibt es ein Recht aufs Schulschwänzen?

40m 18s

Schwänzen ist die negativste Form schulischer Partizipation. Dessen sind sich Schulen, Eltern und die Gesellschaft immer mehr bewusst. Schulabsentismus nimmt zu und zwar in einer bisher nicht erwarteten Form: Während Jugendliche in der Vergangenheit fast ausschliesslich verdeckt geschwänzt haben, legitimieren sie dieses Verhalten heute zunehmend aufgrund persönlicher, psychologisch bedingter Probleme. Manche sagen, Schwänzen sei eine notwendige Folge des schulischen und elterlichen Leistungsdrucks.

9 Von unten nach oben

9 Von unten nach oben

39m 54s

Schon früh lernen Kinder aus einfachen Verhältnissen, dass Intelligenz weniger wichtig ist als die soziale Herkunft. Auch dann, wenn sie überdurchschnittlich intelligent, hartnäckig und akademisch interessiert sind. Doch warum schaffen es einige trotzdem ans Gymnasium?
In dieser Episode geht es um Geschichten von erfolgreichen Arbeiterkindern und ihre Erfahrungen im Rückblick auf ihre Bildungslaufbahn. Wir diskutieren auch Handlungsmöglichkeiten für Schulen und Bildungspolitik, damit Chancengerechtigkeit endlich weiterentwickelt werden kann.

8 Das ist doch nicht normal!

8 Das ist doch nicht normal!

37m 52s

Psychische Krankheiten sind die häufigsten Ursachen für Spitaleinweisungen von Heranwachsenden. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen (plus 26 Prozent). Bei Knaben und jungen Männern beträgt der Anstieg etwa sechs Prozent. Das ist dramatisch. Trotzdem dürfte es auch eine andere Seite der Medaille geben: Dass heute auch mehr Variationen der Norm als pathologisch erklärt werden. Zwar braucht unsere Gesellschaft eine grössere Sensibilität für problematische psychische Befindlichkeiten, aber genauso eine Erziehung zur psychischen Widerstandsfähigkeit. Sie wäre auch ein Rettungsversuch der «Normalität».

7 Die überschätzte Intelligenz

7 Die überschätzte Intelligenz

39m 2s

Gewissenhaftigkeit, Hartnäckigkeit, ein gutes Selbstvertrauen sowie Frustrationstoleranz – auch Soft Skills, überfachliche Kompetenzen oder Lebenskompetenzen genannt – sind ebenso wichtig wie gute Noten. Diese werden oft mit hoher Intelligenz gleichgesetzt. Dies stimmt so nicht. Weder Intelligenz noch Bestnoten sind das Mass aller Dinge. Es ist an der Zeit, diese Fixpunkte unserer Hochleistungsgesellschaft zu hinterfragen. Und sich zu überlegen, wie den Lebenskompetenzen in Familie und Bildung ab der frühen Kindheit mehr Beachtung geschenkt werden kann.

6 Kinder im Treibhaus

6 Kinder im Treibhaus

38m 53s

Unser Bildungssystem spiegelt die Vorliebe, Kinder schnell erwachsen werden zu lassen. Der Psychologe David Elkind hat einmal gesagt: Sie werden durchs Leben gehetzt. Dahinter steckt ein Verständnis, Kinder schon früh fit zu machen für die Anforderungen der Zukunft. Doch über die andere Seite dieser Medaille wird nicht gern gesprochen: über die «Treibhausförderung». Gemeint sind damit all die ambitionierten und zielgerichteten Aktivitäten des meist gut gebildeten Elternhauses, damit das Kind Wissen und Fähigkeiten erwirbt, die typischerweise erst auf einem späteren Entwicklungsniveau erworben werden. Treibhausförderung ist zwar ein fürchterliches Wort, doch beschreibt relativ genau die Situation solcher Kinder.